Zum 60. Geburtstag des Renault 4L hat sich die französische Marke mit dem Designzentrum TheArsenale zusammengeschlossen und einen futuristischen Prototyp entwickelt: eine Neuinterpretation des Klassikers als Drohne, die eine Person transportieren kann.
Genau so ist es. Zum 60. Jubiläum des 4L – eines Autos, das weltweit mehr als acht Millionen Mal verkauft wurde – hat Renault über das Jahr hinweg mehrere Aktionen umgesetzt, um dieses historische Datum zu feiern.
Dabei wurde unter anderem der Suite N.º4 vorgestellt, ein Konzept, das den Renault 4L in eine Art Hotel auf Rädern verwandelt. Jetzt ist Renault jedoch noch einen Schritt weiter gegangen: Der 4L soll fliegen – als Drone.
Der ursprüngliche Renault 4L galt als einfach, effizient und vielseitig. Der frühere Präsident der Renault-Gruppe, Pierre Dreyfus, beschrieb ihn als ein „paar Jeans“. Dass diese Vielseitigkeit eines Tages so weit führen würde, dass das Modell … abhebt, hätte aber wohl selbst der damalige Renault-„Chef“ nicht erwartet.
Renault AIR4: Lizenz zum Fliegen
„Nach einem Jahr voller Feierlichkeiten wollten wir etwas Unkonventionelles schaffen, um den 60. Jahrestag des 4L abzuschliessen“, betont Arnaud Belloni, Global Marketing Director der Marke Renault.
„Diese Zusammenarbeit mit TheArsenale ergab sich ganz natürlich. Der Prototyp des fliegenden Autos AIR4 ist etwas bislang Ungesehenes – und ein Augenzwinkern darauf, wie diese Ikone in weiteren 60 Jahren aussehen könnte“, ergänzt er.
Der AIR4 besteht vollständig aus Kohlefaser. Entstanden ist er aus einer modernen Neuinterpretation der originalen 4L-Linien – die Abmessungen des Serienmodells wurden dabei sogar beibehalten. Gleichzeitig wurde die Steifigkeit komplett neu ausgelegt, um neue Konzepte wie Schub und Auftrieb zu integrieren. Das erforderte viele Stunden an Berechnungen und Tests.
Auf Grundlage von generativem Design, das die Vorteile künstlicher Intelligenz nutzt, werteten die Ingenieure von TheArsenale Terabytes an Daten aus. So konnten sie die Ideen der Designer verfeinern und optimieren – noch bevor die ersten Versuche unter realen Bedingungen begannen.
Wie funktioniert der Renault AIR4 als Drohne?
Da der AIR4 als Drone ausgelegt ist, besitzt er keine Räder zur Fortbewegung. Stattdessen arbeiten vier zweiblättrige Propeller – jeweils einer an jeder Ecke des Fahrzeugs. Das Chassis sitzt mittig im Rahmen, in dem auch die Rotoren untergebracht sind. Der Fahrer gelangt in die Kabine, indem er die neu interpretierte „Schale“ des Renault 4 anhebt, die im vorderen Bereich angelenkt ist.
Technisch ist der AIR4 mit Lithium-Polymer-Batterien mit 22 000 mAh (Milliampere-Stunden) ausgerüstet, die eine Gesamtleistung von 90 000 mAh erzeugen. Mit diesen Werten erreicht er eine maximale horizontale Geschwindigkeit von 26 m/s, also rund 93,6 km/h.
Mit einem maximalen vektoriellen Schub von 380 kg – beziehungsweise 95 kg pro Propeller – kann der AIR4 ausserdem bis auf eine Höhe von 700 Metern steigen.
Auf dem Weg zu den Champs-Élysées in Paris
Der AIR4 wurde an diesem Freitag (26. November) digital präsentiert. Für die Öffentlichkeit ist er bereits ab dem kommenden Montag und bis zum Jahresende im L’Atelier Renault (siehe Bild unten) an den Champs-Élysées in Paris (Frankreich) zu sehen – gemeinsam mit weiteren historischen Versionen des 4L.
Ab 2022 geht der AIR4 auf Tour in den USA: zunächst nach Miami, danach nach New York. Ausserdem ist noch ein kurzer Zwischenstopp in Macau geplant.
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