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Britisches Heer erprobt bei Viking Strike mit 1 R ANGLIAN Drohnen, Loitering Munition und elektronische Kriegsführung

Soldat in Tarnuniform steuert Drohne mit Tablet, liegt auf Felsen mit Karte, Militärfahrzeug und Wald im Hintergrund.
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Übung Viking Strike: vernetzte Gefechtsführung mit Drohnen und elektronischer Kriegsführung

Die britischen Landstreitkräfte haben im Zuge ihrer Modernisierung einen weiteren Baustein erprobt: Während der Übung Viking Strike in Otterburn und im Kielder Forest testeten sie ein neues Einsatzkonzept, das Drohnen, Loitering Munition und Systeme der elektronischen Kriegsführung eng miteinander verzahnt. Ziel dieser Entwicklung ist es, Infanteriebataillone schrittweise zu Verbänden umzubauen, die in künftigen hochintensiven Konflikten selbstständiger, weiterreichend und mit mehr Feuerkraft agieren können.

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1 R ANGLIAN als Near Surface Infantry Battalion

Im Mittelpunkt des Versuchs stand das 1. Bataillon des Royal Anglian Regiment (1 R ANGLIAN). Es gehört zu den ersten Einheiten, die für das Konzept Near Surface Infantry Battalion ausgewählt wurden – ein Ansatz, der vorsieht, unbemannte Systeme dauerhaft und nicht nur punktuell in die Gefechtsführung einzubetten.

Anders als in Modellen, bei denen solche Fähigkeiten in spezialisierten Truppenteilen gebündelt werden, setzt das neue Konzept auf eine Verteilung bis auf die Ebene der Züge: Drohnenbediener werden direkt in die Infanteriezüge integriert. Dadurch verfügt jede Subunit über eigene Mittel für Aufklärung, Überwachung und Lagebild in Echtzeit. Das verkürzt die Zeit, um Bedrohungen zu finden, und verbessert zugleich die Entscheidungsfindung im Einsatz.

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Loitering Munition als zusätzliche Präzisionsfähigkeit

Zusätzlich erhielt das Bataillon eine Kompanie, die mit Loitering Munition ausgestattet ist – umgangssprachlich oft als „Kamikaze-Drohnen“ bezeichnet. Damit steigt die Fähigkeit, Ziele auf größere Entfernung präzise zu bekämpfen, deutlich an, ohne ausschließlich auf Artillerieunterstützung oder Luftwaffe angewiesen zu sein.

Nach Angaben des britischen Heeres war ein Kernziel von Viking Strike, die Zusammenarbeit dieser unterschiedlichen Komponenten zu überprüfen: Aufklärungsdrohnen, Loitering Munition und Führungssysteme sollen in realen Operationen koordiniert und abgestimmt wirken. Die Streitkräfte gehen davon aus, dass unbemannte Systeme in den kommenden Jahren einen wachsenden Anteil der landgestützten Kampfkraft ausmachen werden.

Aussagen der Führung: schneller finden, schneller wirken

Mit Blick auf die Übung betonte Oberstleutnant Nick McGinley, dass sich die Einheit gezielt auf die erwarteten Einsatzbedingungen in Nordeuropa ausrichtet. „Unser Ziel hier ist es, unsere Fähigkeit zu verbessern, Ziele in der realistischsten möglichen Nachbildung finnischen Geländes zu finden und zu bekämpfen – indem wir entfernte und autonome Systeme nutzen, um das Gefechtsfeld zu dominieren.“

Auch Major Paul Machniki hob hervor, wie stark neue Technologien den Prozess von Zielerfassung bis Wirkung beschleunigen. „Wir sind vom Auffinden und Erkennen von Zielen mit Drohnen dazu übergegangen, sie innerhalb von Minuten anzugreifen. Jetzt verstehen wir das Gefechtsfeld besser als je zuvor.“

Eingesetzte Systeme: Ghost X, ATAK und der UGV Gereon

Zu den in Viking Strike eingesetzten Mitteln zählten die Ghost X-Drohnen von Anduril. Sie sind mit elektro-optischen und Infrarotsensoren ausgestattet und können Informationen in Echtzeit sowohl an Gefechtsstände als auch an Kräfte im Feld übermitteln – unterstützt durch ATAK, eine digitale Plattform zum Austausch taktischer Daten zwischen Einheiten.

Darüber hinaus wurden unbemannte Bodenfahrzeuge des Typs Gereon verwendet, die vom Unternehmen ARX hergestellt werden. Diese Systeme lassen sich an die Front vorführen, um unterschiedliche Aufgaben zu übernehmen – und damit die direkte Exposition von Soldatinnen und Soldaten in besonders riskanten Umgebungen zu verringern.

Einsatzrahmen Nordosteuropa: Vorbereitung auf ein Finnland-Szenario

Dass das Übungsgelände bewusst so ausgewählt wurde, dass es Merkmale finnischen Terrains abbildet, war kein Zufall. Die Ausbildungsausrichtung von 1 R ANGLIAN hängt unmittelbar mit der Rolle zusammen, die die Einheit in einer möglichen Krise an der Grenze zwischen Finnland und Russland übernehmen könnte. Im Bedarfsfall soll das Bataillon gemeinsam mit der Kainuu-Brigade der finnischen Streitkräfte operieren und zur Verteidigung der rund 1.340 Kilometer langen gemeinsamen Landgrenze beitragen.

Diese Anpassung ist Teil einer breiter angelegten britischen Linie, die militärische Präsenz im Arktisraum und in Nordeuropa auszubauen – Regionen, deren strategische Bedeutung nach der Verschlechterung der Sicherheitslage am nördlichen NATO-Flügel deutlich zugenommen hat. Indem Drohnen, elektronische Kriegsführung und autonome Systeme bis auf Bataillonsebene in der Infanterie verankert werden, will das britische Heer seine Kräfte auf ein Umfeld vorbereiten, in dem Tempo, Vernetzung und Lagebewusstsein genauso ausschlaggebend sind wie klassische Feuerkraft.

Bilder: Britisches Heer.

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