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Frankreich mobilisiert die Automobilindustrie für Militärdrohnen – Renault, Valeo und Forvia

Silberner Sportwagen mit futuristischem Design in hellem Showroom mit Glasfassade und schemenhaften Personen.

Frankreich will die Produktionsstärke seiner Automobilindustrie nutzen, um die Fertigung militärischer Drohnen deutlich zu beschleunigen. Seit Jahresbeginn haben Hersteller wie Renault sowie Zulieferer wie Valeo und Forvia mehrere Kooperationen mit Unternehmen aus dem Verteidigungssektor bekannt gegeben. Diese Linie wird von der französischen Regierung vorangetrieben, um die industrielle und militärische Autonomie des Landes zu stärken.

Dabei geht es darum, industrielle Skalierung, einen hohen Automatisierungsgrad und effiziente Produktionsprozesse aus der Autoindustrie auf einen der am schnellsten wachsenden Technologiebereiche des Militärs zu übertragen.

„Warum jetzt? Weil der Bedarf jetzt da ist“, fasste Valeo-CEO Christophe Perillat im Juli zusammen. „Und warum in Frankreich? Weil wir aufgefordert sind, unsere Souveränität zu sichern“, ergänzte er.

Industrieskalierung der Automobilindustrie für Militärdrohnen

Selbst wenn die französischen Behörden keinen unmittelbar bevorstehenden Konflikt auf eigenem Territorium erwarten, argumentieren sie, Frankreich müsse im Ernstfall sehr schnell reagieren können. Ein im Juli veröffentlichter Bericht der Verteidigungskommission des französischen Senats bezeichnete den aktuellen Bestand französischer Militärdrohnen – auf lediglich einige Tausend Einheiten geschätzt – als „unzureichend, um eine kritische Masse zu erreichen“.

Der intensive Einsatz solcher Systeme im Krieg zwischen der Ukraine und Russland hat die Art der Kriegsführung spürbar verändert. In der Folge beschleunigen Frankreich und mehrere europäische Staaten ihre Investitionen in diese Technologie.

Zusätzlich wirkt der wachsende Druck aus den USA, wonach Europa seine militärischen Fähigkeiten stärker ausbauen soll, als weiterer Treiber für den Strategiewechsel.

Sollten alle bislang angekündigten Vorhaben umgesetzt werden, würde Frankreich über industrielle Kapazitäten verfügen, um jährlich Zehntausende Drohnen zu produzieren – ein Niveau, das sich allein mit spezialisierten Verteidigungsunternehmen nur schwer erreichen lässt.

„Es ist nicht dasselbe, eine Drohne in einem Verteidigungs-Startup zu bauen, oder etwas zu schaffen, das sich in sehr großen Stückzahlen reproduzieren lässt – mit Robotern an der Produktionslinie.“

Patrick Pailloux, Direction générale de l’armement

Unzureichender Bestand

Vor diesem Hintergrund gilt der derzeitige Umfang an verfügbaren Systemen als zu gering, um im Krisenfall schnell ausreichend Masse aufbauen zu können. Der Senatsbericht verweist dabei explizit auf die Größenordnung von nur einigen Tausend Drohnen und kommt zu dem Schluss, dass dies nicht reicht, um die erforderliche kritische Masse zu erreichen.

Was bereits angekündigt wurde

Zu den konkret genannten Projekten zählt, dass Valeo in Frankreich Elektromotoren für Drohnen herstellen wird, die vom Verteidigungstechnologie-Unternehmen Harmattan AI entwickelt werden.

Forvia meldete Ende Juli eine Vereinbarung mit einem europäischen Verteidigungsunternehmen, dessen Name nicht öffentlich gemacht wurde. Der Partner ist auf KI-gestützte Anti-Drohnen-Systeme spezialisiert. Parallel prüft Forvia den Aufbau einer Einheit in Frankreich, die bis zu 1.000 Abfangdrohnen pro Monat produzieren könnte.

Renault geht noch weiter: Der Konzern arbeitet mit Turgis Guillard zusammen, um Drohnen im Werk Le Mans im Westen des Landes zu fertigen. Ebenfalls im Juni kündigte Renault eine Partnerschaft mit Thales an, um die Kamikaze-Drohne Toutatis zu industrialisieren – mit dem Ziel, ab 2027 eine Monatsrate von 1.000 Einheiten zu erreichen.

Auch im Juni schloss sich der französische Drohnenhersteller Delair mit dem deutschen Zulieferer Schaeffler zusammen, um in Frankreich eine Montagelinie aufzubauen, die bis November rund 100 Drohnen pro Tag herstellen kann.

Wenn diese Vorhaben wie geplant vorankommen, könnte sich die gemeinsame Produktionskapazität von Renault, Schaeffler und Forvia auf knapp 60.000 Einheiten pro Jahr belaufen. Dennoch würde dieses Volumen nach Einschätzung der französischen Behörden bei einem Konflikt hoher Intensität weiterhin unter dem operativen Bedarf liegen.

Schnell hochfahren, ohne veraltete Bestände aufzubauen

Neben dem Hochlauf der Fertigung sehen sich die französischen Behörden mit einem weiteren Problem konfrontiert: Die Produktionskapazität muss steigen, ohne dabei große Lagerbestände anzulegen, die technologisch schnell veralten könnten.

„Drohnen entwickeln sich sehr schnell“, sagte Thales-CEO Patrice Caine in diesem Sommer. Genau deshalb zielt die Strategie darauf, ausreichend industrielle Kapazität vorzuhalten, um in einer Krise rasch liefern zu können – ohne übermäßige Bestände aufzubauen.

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