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Warum Lorbeerblätter in die Grillglut werfen

Mann würzt Fleisch und Gemüse-Spieße auf Grill im Garten mit Lorbeerblättern bei sonnigem Wetter.

Lorbeerblätter in die Glut eines Grills zu geben, sorgt für aromatischen Rauch, der Fleisch, Gemüse und sogar Grillkäse eine dezente, kräuterige Note verleihen kann. Der Effekt bleibt eher zurückhaltend und gelingt am besten, wenn nur wenige getrocknete Küchen-Lorbeerblätter auf eine gleichmässige Glut kommen – ohne hohe Flammen.

Was passiert, wenn Lorbeer mit der Grillglut in Kontakt kommt?

Blätter von Laurus nobilis enthalten flüchtige Inhaltsstoffe wie 1,8-Cineol, Linalool und Eugenol. Durch die Hitze werden Teile dieser Aromastoffe freigesetzt, verteilen sich im Rauch und lagern sich an der Oberfläche des Grillguts ab. So entsteht ein anderes Duftprofil, als es Holzkohle allein erzeugt.

Lorbeer auf den Kohlen ist dabei eher ein aromatischer „Booster“ als ein Hauptgewürz. Fleisch braucht weiterhin Salz und die vorgesehenen Gewürze, denn mit nur wenigen Blättern lässt sich das Innere des Garguts nicht deutlich verändern.

Wozu dient dieser Trick beim Grillen?

Gedacht ist er dafür, den Rauch, der über dem Rost zirkuliert, um eine herbal-würzige, leicht balsamische Nuance zu ergänzen. Am stärksten nimmt man das Aroma meist bei Lebensmitteln wahr, die nahe an der Glut liegen, oder bei Grills mit Deckel, weil der Rauch dort länger an der Oberfläche bleibt.

  • Rind-, Schweine- und Geflügelstücke beduften
  • Grillgemüse aromatisieren
  • Mit Knoblauch, Rosmarin und Zitrusschalen kombinieren
  • Eine rauchige Note hinzufügen, ohne die Marinade zu verändern
  • Grössere Stücke während eines Teils der Garzeit aromatisieren

Wann sollte man die Lorbeerblätter in die Glut geben?

Der passende Zeitpunkt ist erreicht, wenn die Holzkohle zu einer gleichmässigen Glut geworden ist und die Flammen deutlich nachgelassen haben. Legt man die Blätter zu früh auf, verfliegt der Duft häufig, bevor das Grillgut überhaupt auf dem Rost liegt. Kommen sie erst ganz zum Schluss dazu, ist die Kontaktzeit oft zu kurz, um ein wahrnehmbares Aroma aufzubauen.

Bei grösseren Stücken, die länger auf dem Grill bleiben, lässt sich Lorbeer in kleinen Etappen einsetzen, ohne übermässig viel Rauch zu erzeugen. Für ein ausgewogenes Ergebnis helfen diese Punkte:

  • Jeweils nur wenige getrocknete Blätter verwenden
  • Den Lorbeer auf mehrere Stellen der Glut verteilen
  • Keinen ganzen „Handvoll“-Schwung auf die Kohle kippen
  • Warten, bis der erste, kräftige Rauch abklingt
  • Grillgut von plötzlich aufschlagenden Flammen fernhalten

Frische oder getrocknete Blätter: Welche Variante funktioniert besser?

Getrocknete Lorbeerblätter brennen meist berechenbarer und geben ihr Aroma zügig ab. Frische Blätter enthalten mehr Wasser, können anfangs intensiveren Rauch entwickeln und brauchen länger, bis sie verkohlen. In beiden Fällen gilt: ausschliesslich eindeutig identifizierten Küchen-Lorbeer nutzen – keine unbekannten Zierpflanzenblätter.

Welche Vorsichtsmassnahmen machen die Anwendung sicherer?

Der Grill sollte draussen und in gut belüfteter Umgebung stehen, da der Rauch von Kohle und Blättern reizende Partikel enthält. Menschen mit Asthma, starker Rhinitis oder empfindlichen Atemwegen sollten nicht direkt im Rauchstrom stehen. Ausserdem sollte man das Gesicht nicht über die Glut halten und zum Wiederanfachen niemals Alkohol oder andere brennbare Flüssigkeiten verwenden.

Lorbeer dient nur dem Aroma: Er macht das Grillen nicht „gesünder“, beseitigt keine Mikroorganismen im Fleisch und ersetzt keine korrekte Garung. Mit stabiler Glut, wenigen Blättern und ausreichender Belüftung entsteht ein diskreter Kräuterduft, ohne den Eigengeschmack der Lebensmittel zu überdecken.

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