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Obst und Gemüse richtig waschen: So geht es sicher

Person wäscht bunte Früchte und Gemüse in einem Sieb unter fließendem Wasser in der Küche.

Jeden Tag Obst und Gemüse zu essen, ist eine einfache Möglichkeit, die Gesundheit zu unterstützen – vorausgesetzt, du wäschst die Produkte vorher richtig.

Viele Menschen wissen, dass rohes Fleisch und roher Fisch gesundheitliche Risiken bergen können. Frische Lebensmittel aus dem Obst- und Gemüseregal gelten dagegen oft als „sicher“. Dabei erkrankt jedes Jahr etwa jede zehnte Person durch unsichere Lebensmittel – und ungefähr 46 % dieser lebensmittelbedingten Erkrankungen hängen mit dem Verzehr von Gemüse und Obst zusammen.

Warum das Waschen von Obst und Gemüse so wichtig ist

Die meisten frischen Produkte wachsen im Freien. Dort können sie mit vielem in Kontakt kommen – etwa mit Insekten oder Vögeln. Das bedeutet: Neben sichtbarem Schmutz können sich auf ungewaschenem Obst und Gemüse auch potenziell problematische Stoffe befinden, darunter Bakterien, Pilze, Viren und Pestizide.

Auch nach der Ernte ist eine Verunreinigung möglich: beim Verpacken, bei der Zubereitung oder während der Lagerung. Selbst Ware aus Gewächshäusern oder aus hydroponischem Anbau kann weiterhin Keime und Pestizide mitbringen.

Das gründliche Waschen ist daher ein zentraler Baustein der Lebensmittelsicherheit. Entscheidend ist nur: Wie macht man es am besten?

Obst und Gemüse waschen: die Grundlagen

Wasche zuerst deine Hände. So verhinderst du, dass Keime von der Haut auf die Lebensmittel übertragen werden, die du gerade reinigen willst.

Handwäsche unter kaltem, fliessendem Wasser

Am einfachsten – und zugleich am sichersten – ist es, frische Produkte mit der Hand unter kaltem, fliessendem Wasser zu waschen. Reibe Obst und Gemüse dabei mit den Händen ab, damit Schmutz, Pestizide und ein Teil der Keime von der Oberfläche gelöst werden. Spüle so lange, bis die Oberfläche nicht mehr verschmutzt aussieht.

Wenn du Obst oder Gemüse in Wasser einweichen möchtest, nimm dafür unbedingt eine saubere Schüssel und nicht das Spülbecken – denn dort können sich viele Keime befinden.

Verwende zum Waschen niemals Spülmittel oder Bleichmittel. Die Schale mancher Obst- und Gemüsesorten ist porös und kann solche Chemikalien aufnehmen. Das kann nicht nur Geschmack und Konsistenz verändern, sondern die Lebensmittel auch unsicher machen.

Essig zum Waschen (Viral-Tipp inklusive)

Es gibt auch chemische Methoden, die als relativ sicher gelten – und die du vielleicht bereits auf TikTok gesehen hast. Sowohl Essig als auch Natron (Speisenatron) können beim Waschen helfen und Bakterien sowie Pestizide auf der Oberfläche reduzieren.

Für ein Essigbad eignen sich destillierter Malzessig, Apfelessig oder Weinessig. Verwende etwa 120 ml Essig auf 240 ml Wasser, lege die Lebensmittel hinein und rühre gelegentlich um – für zwei bis drei Minuten. Danach solltest du mindestens eine Minute lang mit frischem, kaltem Wasser nachspülen.

Ein Nachteil: Die im Essig enthaltene Essigsäure kann Geschmack und Textur beeinflussen – vor allem bei weichem Obst. Das gilt insbesondere dann, wenn du länger als zwei bis drei Minuten einweichst oder anschliessend nicht gründlich genug abspülst.

Natron zum Waschen: Dosierung und Einweichzeit

Bei Natron wurde gezeigt, dass etwa 0,84 g Natron pro 100 ml Wasser – knapp sechs Esslöffel – das Wachstum von Keimen auf frischen Produkten stoppen kann. Ausserdem konnte ein 15-minütiges Einweichen in Natronlösung nahezu alle Spuren von Pestiziden auf frischem Obst und Gemüse entfernen.

Praktisch brauchst du allerdings deutlich weniger: Ein Teelöffel Natron pro Tasse kaltem Wasser (ca. 240 ml) reicht aus, um Mikroben und Pestizide zu reduzieren, ohne den Geschmack zu verändern. Lege Obst und Gemüse dafür 15 Minuten in einer sauberen Schüssel ein und rühre zwischendurch um.

Weil Natron alkalisch ist, kann ein längeres Einweichen als 15 Minuten – vor allem ohne gründliches Nachspülen – die Schalen empfindlicher Obst- und Gemüsesorten angreifen und dadurch Textur und Aroma beeinträchtigen.

Untersuchungen, die bei Äpfeln Wasserwäsche mit einem Natronbad verglichen haben, zeigen: Wasser allein war beim Entfernen von Pestiziden fast genauso wirksam wie Natron. Wichtig ist ausserdem, dass die meisten Pestizidrückstände auf frischen Produkten in nicht gefährlichen Mengen vorkommen – und dass die Spuren, die in Grossbritannien typischerweise aufgenommen werden, nach aktuellem Stand nicht als Ursache für Erkrankungen gelten.

Eine sehr aktuelle Studie mit Äpfeln deutet jedoch darauf hin, dass Pestizide tiefer als nur in die Schale eindringen können. Zusätzlich zum Waschen empfehlen die Autorinnen und Autoren deshalb, Äpfel vor dem Essen zu schälen, um die mögliche Belastung weiter zu verringern.

Beim Schälen gibt es allerdings einen klaren Haken: Damit gehen auch wertvolle Nährstoffe verloren, die in den Schalen vieler Obst- und Gemüsesorten stecken. Ausserdem lassen sich zahlreiche Produkte gar nicht schälen – etwa Trauben oder Salat.

Auf Basis der derzeit verfügbaren Gesamtevidenz bleibt damit Wasser allein die beste Methode, um frische Produkte zu reinigen. Ein klarer Vorteil von Essig oder Natron ergibt sich nicht.

Gemüse vs. Obst: Unterschiede beim Reinigen

Produkte mit harter Schale (zum Beispiel Kürbisgewächse) oder mit fester Schale (etwa Kartoffeln, Süsskartoffeln und Wurzelgemüse) kannst du mit einer Gemüsebürste schrubben, bis sie sauber aussehen. Tomaten lassen sich unkompliziert ungefähr 30 Sekunden unter fliessendem Wasser abspülen, während du sie sanft mit den Händen reibst.

Blattgemüse wie Salat, Brokkoli, Blumenkohl, Grünkohl oder Kohl solltest du in Blätter bzw. Röschen teilen und die Teile einzeln unter dem Wasserhahn abspülen; reibe dabei bis zu eine Minute lang mit den Händen. Da Salat häufig roh gegessen wird, ist es sicherer, beschädigte äussere Blätter zu entsorgen – denn diese sind am ehesten mit Bakterien belastet.

Auch bei Obst ist Wasser wieder die beste Wahl, um Verunreinigungen zu entfernen. Steinobst, Äpfel und Gurken spülst du bis zu eine Minute unter kaltem, fliessendem Wasser ab, um Schmutz, Mikroben und eventuelle Wachsbeschichtungen zu lösen.

Kirschen, Trauben, Erdbeeren und andere Beeren enthalten viel Wasser und sind deshalb besonders leicht verderblich. Werden Beeren nass, können sich vorhandene Keime leichter vermehren, und die Haltbarkeit sinkt. Daher lagerst du sie am besten ungewaschen im Kühlschrank und wäschst sie erst kurz vor dem Verzehr. Entferne verdorbene oder schimmelige Beeren, bevor du sie kühl stellst.

Trocknen, Lagern und die Grenzen des Waschens

Obst und Gemüse, das du nicht sofort isst, solltest du nach dem Waschen trocken tupfen (z. B. mit Küchenpapier) oder in einer Salatschleuder trocknen, um Feuchtigkeit zu reduzieren und damit Keimwachstum zu bremsen. Anschliessend bewahrst du es in einem Behälter mit Deckel im Kühlschrank auf. Sinnvoll ist auch, Spülbecken, Arbeitsflächen und Küchenutensilien zu reinigen, bevor du deine frischen Produkte wäschst und zubereitest.

Wichtig: Keine Methode für das Waschen zu Hause kann sämtliche Keime, die auf Obst und Gemüse vorhanden sein können, vollständig entfernen oder abtöten. Das gelingt nur durch Erhitzen beim Kochen auf Temperaturen über 60 °C.

Primrose Freestone, Senior Lecturer für Klinische Mikrobiologie, Universität Leicester

Dieser Artikel wurde unter einer Creative-Commons-Lizenz von The Conversation erneut veröffentlicht. Lies den Originalartikel.

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