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Tesla: Trocken-Elektrodenprozess für die Kathode ist nach fast sechs Jahren serienreif

Junger Wissenschaftler im Labor hält und betrachtet sorgfältig ein rechteckiges Materialstück.

Vom „Battery Day“ bis zur Serienreife des Trocken-Elektrodenprozesses

Im Jahr 2020 stellte Tesla am „Battery Day“ mit viel Aufmerksamkeit einen technologischen Schritt vor, der die Batteriefertigung deutlich beschleunigen und zugleich die Kosten senken soll.

Im Mittelpunkt steht der Trocken-Elektrodenprozess (Anode und Kathode) – gewissermaßen der „heilige Gral“ der Tesla-Batterieproduktion. Dabei entfallen chemische Lösungsmittel und mehrere energieintensive Prozessschritte, was den kWh-Preis um bis zu 20% reduzieren kann.

Bis zur kommerziellen Umsetzung war es allerdings ein zäher Weg. Während Tesla das Verfahren bereits für die Anode umsetzen konnte, erwies sich die Kathode als deutlich kniffliger: Sie besteht aus Materialien, die chemisch und strukturell wesentlich starrer sind.

Nach fast sechs Jahren hat Tesla es nun geschafft, diese Zellen vollständig „trocken“ herzustellen – und ist damit nicht länger auf klassische, langsamere und teurere Methoden für die Kathodenfertigung angewiesen.

Worin unterscheiden sich Kathodenprozesse „trocken“ und „nass“?

Nassverfahren: Lösungsmittel, „Schlämme“ und Trocknungsöfen

Beim herkömmlichen Herstellungsweg werden die aktiven Kathodenmaterialien mit einem flüssigen Lösungsmittel zu einer Art „Schlamm“ vermischt. Diese Mischung wird anschließend auf Metallfolien aufgetragen und in einem Ofen getrocknet. Dafür braucht es riesige Trocknungsöfen, teure Systeme zur Filterung sowie zur Rückgewinnung der Lösungsmittel – und entsprechend einen sehr hohen Energieeinsatz.

Trockenverfahren: Pulver, Polymer-Binder und direktes Verpressen

Im „Trocken“-Prozess werden die aktiven Materialien als trockenes Pulver zusammen mit einem polymeren Binder (Kunststoff) gemischt und anschließend verpresst. So entsteht eine dünne, feste Schicht direkt auf dem Stromableiter. Dadurch werden Öfen und Lösungsmittel-Rückgewinnungssysteme überflüssig, was 70–80% der bislang benötigten Energie einspart und die Kosten pro kWh um bis zu 20% senken kann.

Tesla konnte außerdem den Binder-Anteil auf unter 3% reduzieren. Dadurch steigt der Anteil des aktiven Materials – und damit auch die Reichweite der Batterie.

Wie bedeutend dieser Schritt ist, betonte Elon Musk selbst im sozialen Netzwerk X, wo er den Teams zu diesem Ergebnis gratulierte.

Making the dry electrode process work at scale, which is a major breakthrough in lithium battery production technology, was incredibly difficult.

Congratulations to the @Tesla engineering, production and supply chain teams and our strategic partner suppliers for this excellent…

  • Elon Musk (@elonmusk) February 1, 2026

Bereits in Produktion: Tesla 4680-Batterien

Der Trocken-Elektrodenprozess (Anode und Kathode) wird bereits in der Serienfertigung der Tesla-4680-Batterien eingesetzt. Nach aktuellen Informationen ist der Cybertruck das erste Modell der Marke, das damit ausgestattet wird. Außerdem erhalten auch bestimmte Varianten des Model Y aus der Gigafactory Texas die 4680-Batterien.

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