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Erfolgreiche Erprobung des JET230 in Merzifon
Mit kurzen Mitteilungen über ihre offiziellen Social-Media-Kanäle haben die türkischen Unternehmen Baykar und Roketsan bekanntgegeben, dass Schusstests mit den neuen ballistischen JET230-Flugkörpern durchgeführt wurden. Die Erprobung gilt als wichtiger Schritt auf dem Weg zur Aufnahme dieser Bewaffnung in das Arsenal der fortschrittlichen Kizilelma-Kampfdrohnen. Nach Angaben beider Firmen verliefen die Tests vollständig erfolgreich: Der abgefeuerte Flugkörper traf ein auf See platziertes Ziel in rund 120 Kilometern Entfernung, wobei die Luftwaffenbasis Merzifon als Testumfeld diente.
Roketsan erklärte dazu: „(Anm. d. Red.: Der Flugkörper) bleibt die Feuerkraft unserer nationalen Plattformen, und wir arbeiten mit derselben Entschlossenheit und demselben Glauben weiter für eine sichere Zukunft unseres Landes.“ Baykar-Präsident Selcuk Bayraktar richtete seinerseits eine Nachricht an die am Test beteiligten Kräfte und würdigte das Ergebnis als das Erreichen eines bedeutenden Meilensteins.
Ablauf der Tests mit dem Kizilelma S2
Zu den konkreten Abläufen berichten lokale Medien, dass die Kizilelma-Kampfdrohne mit der Hecknummer S2 am 8. Juli zunächst vom Baykar-Flugtrainings- und Flugerprobungszentrum (in der Provinz Tekirdag) gestartet war. Nach der Verlegung zur genannten Luftwaffenbasis Merzifon begann die Vorbereitung der Plattform für den anschliessenden Schuss.
Erst am 11. Juli startete das unbemannte System erneut – zu diesem Zeitpunkt bereits mit zwei ballistischen JET230-Flugkörpern ausgerüstet. Ziel der Mission war der Einsatz gegen ein simuliertes Ziel, um die Integration der Bewaffnung in die Plattform ebenso zu überprüfen wie Präzision und Reichweite.
Reichweite und mögliche Einsatzrollen des JET230
Mit Blick auf die Auslegung des JET230 verweisen türkische Analysten darauf, dass der Flugkörper eine maximale Reichweite von etwa 200 Kilometern erreichen könnte. Das wäre eine spürbare Steigerung gegenüber den 150 Kilometern, die das von Roketsan entwickelte Modell UAV-230 für den Einsatz von Drohnen leisten soll.
Zudem deuten Berichte – auch mit Blick auf die gewählte Bezeichnung des neuen Systems – an, dass Roketsan den Flugkörper möglicherweise nicht nur als zusätzliche Option für unbemannte Systeme positionieren möchte, sondern auch als Bewaffnung für Kampfflugzeuge der Türkischen Luftwaffe.
Weitere Bewaffnungstests und Kooperationen
Aus der Perspektive der Kizilelma ist ausserdem festzuhalten, dass Baykar in den vergangenen Monaten mehrere Fortschritte bei der Integration unterschiedlicher, in der Türkei gefertigter Waffensysteme erzielt hat. Dies passt zu einer breiter angelegten Linie, die auf mehr Autonomie der Streitkräfte durch den Aufbau lokaler industrieller Fähigkeiten abzielt. In diesem Zusammenhang sind unter anderem Tests mit dem Luft-Luft-Flugkörper Gökdoğan sowie mit gelenkten Munitionstypen wie TEBER-82 und TOLUN zu nennen.
Bei den Versuchen mit Gökdoğan-Flugkörpern erreichte die Kizilelma einen weiteren Meilenstein, indem sie ihre Eignung für Abfangaufgaben und das Bekämpfen von Luftzielen jenseits der Sichtweite nachwies – auch dann, wenn es sich um hochgeschwindige Luftbedrohungen handelt. Bei diesem Test wurde die Drohne von nicht weniger als fünf F-16C/D begleitet, die die Erprobung unterstützten, um die Leistung der Plattform eng zu überwachen.
Abschliessend – und im direkten Zusammenhang mit dem zuletzt Genannten – ist hervorzuheben, dass die Kizilelma auch bereits Testflüge gemeinsam mit M-346-Luftfahrzeugen von Leonardo und der Italienischen Luftwaffe absolviert hat, um die Fähigkeit zur Einbindung in eine Formation bemannter Plattformen zu überprüfen. Wie bereits berichtet, erforderte dieses Vorhaben die vorgängige Entwicklung sogenannter „Algorithmen der intelligenten Flottenautonomie“ sowie entsprechender Verfahren in Laborumgebungen, in denen beide Unternehmen zusammenarbeiteten; zusätzlich wurden im Vorfeld verschiedene Simulationen durchgeführt, um bei den realen Manövern Probleme jeder Art zu vermeiden.
Bildnachweis: @BaykarTech auf X
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