Erwartete Anstiege bei Diesel und Benzin
Die Kraftstoffpreise sollen in der kommenden Woche erneut steigen. Prognostiziert wird ein Plus von sieben Cent pro Liter beim Diesel sowie von drei Cent pro Liter bei Benzin. Als Hauptgrund gilt die wieder verschärfte Lage im Nahen Osten.
Konflikt im Nahen Osten und Sorgen um die Straße von Hormus
Wie Mafalda Trigo, Vizepräsidentin des Nationalen Verbands der Kraftstoffhändler (ANAREC), gegenüber dem Jornal de Notícias (JN) erläuterte, gehe die aktuelle Instabilität auf das Scheitern der Waffenruhevereinbarung zurück. Zusätzlich belasteten die Risiken rund um die Straße von Hormus die Märkte – eine der wichtigsten globalen Routen für den Öltransport.
„Die Entwicklung der Preise hängt direkt mit dem Konflikt zusammen. Solange es keine Friedenslage oder zumindest Stabilität gibt, wird es sehr schwierig sein, das Verhalten der Kraftstoffpreise vorherzusagen“, sagte sie.
Preisbildung: Brent und Platts als zwei getrennte Indikatoren
Trigo betonte, dass die Preisbildung bei Kraftstoffen von zwei unterschiedlichen Kennzahlen geprägt wird. Erstens vom Brent: einer internationalen Referenz für den Rohölpreis, die im Wesentlichen die Kosten des Rohstoffs abbildet, den Raffinerien einkaufen. Zweitens vom Platts: einem Index, der als Referenz für raffinierte Kraftstoffe dient und neben Teilen der Brent-Entwicklung weitere Einflüsse berücksichtigt – etwa die Kosten der Seefracht, die Versicherungen der Schiffe sowie die Aufwertung der Währung.
Warum sich Brent und Platts in Krisenzeiten entkoppeln
„In Phasen der Stabilität entwickeln sich beide Indikatoren ähnlich. Aber in Kriegssituationen laufen sie nicht mehr parallel“, erklärte Mafalda Trigo. Während Brent auf internationale Ereignisse nahezu sofort reagiert, bildet Platts die Auswirkungen solcher Schwankungen mit Verzögerung ab, weil logistische und operative Kosten erst zeitversetzt durchschlagen.
In der vergangenen Woche, als Signale für eine geringere Anspannung zu erkennen waren, deuteten Marktindikatoren darauf hin, dass sich die Preise allmählich stabilisieren könnten. Das erneute Aufflammen des Konflikts habe diese Erwartung jedoch wieder verändert. „Nach dem Ende des Konflikts werden etwa zwei bis drei Monate nötig sein, bis Platts wieder mit Brent in einer Linie liegt“, ergänzte die ANAREC-Vizepräsidentin.
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