Die Regelung mit Nebenzeiten und Hauptzeiten (günstig vs. teuer), wie viele Haushalte sie bislang genutzt haben, steht vor einer spürbaren Veränderung. Wir erklären, was sich konkret verschiebt.
Seit Jahren setzen Millionen Haushalte auf dieses Modell, um ihren Stromverbrauch gezielter zu steuern und die Stromrechnung zu senken.
Für viele ist daraus ein fester Ablauf geworden: Stromintensive Geräte wie Geschirrspüler oder Waschmaschine werden bewusst in die Nebenzeiten gelegt – häufig nachts –, um von niedrigeren Preisen zu profitieren. Gleichzeitig hilft das den Netz- und Energieverantwortlichen, den Verbrauch besser zu verteilen und Lastspitzen in besonders gefragten Zeitfenstern (Wochenende, morgens, mittags oder früher Abend) zu vermeiden.
Ein saisonabhängiges System
Eine grosse Reform ist jedoch bereits gestartet und wird diese eingespielten Gewohnheiten verändern. Das bisherige Modell mit festen Zeitblöcken aus Haupt- und Nebenzeiten pro Tag wird durch eine komplexere, saisonbasierte Organisation ersetzt. Ziel ist es, die Tarifierung näher an die Verbrauchsschwankungen im Jahresverlauf anzupassen.
Konkret bedeutet das: Die neuen Nebenzeiten unterscheiden sich im Winter und im Sommer. Im Sommer sollen Nebenzeiten typischerweise schon am Nachmittag liegen. Angesichts des Ausbaus von Solaranlagen und der hohen Stromproduktion tagsüber in der warmen Jahreszeit wirkt dieser Ansatz naheliegend.
Aktuelle Zeitfenster: Was bisher als Haupt- und Nebenzeiten gilt
Zur Einordnung: Hauptzeiten (wenn Strom am teuersten ist) liegen derzeit meist zwischen 8h und 12h sowie zwischen 17h und 20h. Die Nebenzeiten finden Sie aktuell zwischen 12h und 17h und zusätzlich zwischen 20h und 8h.
Mit der Umstellung werden Sie Ihren gewohnten Plan voraussichtlich anpassen müssen, um die Tarifzeiten Ihres Stromanbieters weiterhin optimal zu nutzen.
Linky-Zähler: Voraussetzung für die günstigen Nebenzeiten
Um die vergünstigten Preise in den Nebenzeiten überhaupt nutzen zu können, müssen Haushalte zwingend mit einem Linky-Zähler ausgestattet sein. Dieses Messsystem kann den Verbrauch in Echtzeit erfassen und die jeweiligen Tarife automatisch anwenden. Da Linky in Frankreich bereits breit ausgerollt ist, gilt er als Schlüssel, um die künftige Tarifierung voll auszuschöpfen.
Zeitplan der Reform und betroffene Haushalte
Offiziell läuft die Reform seit dem 1er novembre 2025 und wird in zwei Schritten umgesetzt.
Eine erste Phase startete und läuft bis juin 2026. Betroffen sind 1,7 million Haushalte, die bereits Nebenzeiten am Tag hatten.
In dieser ersten Welle wurden ihre Zeitfenster vor allem neu zugeschnitten. Der eigentliche Wechsel zu einem echten Saisonmodell soll dann 9,3 millions weitere Haushalte betreffen – ab fin 2026 bis octobre 2027 –, mit unterschiedlichen Zeiten für den Sommer (1er avril-31 octobre) und den Winter (1er novembre-31 mars).
So sollen die neuen Nebenzeiten pro Tag aussehen
Haushalte, die umgestellt werden, behalten 8 heures creuses pro Tag. Davon müssen mindestens 5 heures am Stück nachts liegen (23h-7h). Ergänzend können – in den sonnigsten Perioden – bis zu 3 heures zu Beginn des Nachmittags hinzukommen (11h-17h).
Keine Vorab-Information: Enedis legt die Zeiten lokal fest
Die künftigen Zeitfenster lassen sich allerdings nicht im Voraus pauschal abrufen. Denn Enedis legt sie Gemeinde für Gemeinde fest. Ihr Stromanbieter ist verpflichtet, Sie mindestens einen Monat vor jeder Änderung zu informieren – per Brief oder per E-Mail.
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