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GPL im Auto: Mythen und Fakten

Weißes Elektroauto an Ladestation in modernem Showroom mit großen Fenstern und Tageslicht.

Autogas, landläufig als GPL bezeichnet, ist heute zugänglicher denn je. Wer nachrechnet, stellt fest: Für viele Autofahrerinnen und Autofahrer kann GPL die günstigere Wahl sein. Unabhängig davon bleibt GPL jedoch ein Kraftstoff, der Fragen aufwirft – und um den sich einige hartnäckige Mythen halten.

Trotz der verbreiteten Unsicherheiten hat sich GPL mit spürbarem Gewicht am portugiesischen Markt etabliert. Ein zentraler Grund ist der niedrige Literpreis – im Durchschnitt liegt er bei etwa der Hälfte des Dieselpreises. Das ist ein starkes Argument für alle, die viele Kilometer fahren und die Kraftstoffrechnung drücken möchten.

Genau diese Zweifel und Behauptungen klären wir im Folgenden – etwa: Kann der Tank bei einem Unfall explodieren? Nimmt GPL dem Motor Leistung? Darf man mit einem GPL-Fahrzeug in Tiefgaragen parken?

GPL-Fahrzeuge sind nicht sicher. FALSCH.

Einer der größten Mythen rund um GPL betrifft die Sicherheit. Fahrzeuge mit diesem Kraftstoff haben sich den Ruf eingehandelt, grundsätzlich unsicher zu sein und bei einem Unfall explodieren zu können.

Tatsächlich ist GPL stark explosiv und leichter entzündlich als Benzin. Gerade deshalb sind GPL-Kraftstofftanks besonders massiv ausgelegt – deutlich robuster als Benzin- oder Dieseltanks – und müssen Prüfungen bestehen, die extremste Bedingungen nachstellen.

Selbst wenn das Fahrzeug brennt, ist der GPL-Tank mit Vorrichtungen ausgestattet, die das unter Druck stehende Gas kontrolliert ablassen können, um ein katastrophales Versagen des Tanks zu verhindern.

Wichtig ist außerdem: Wenn GPL-Kits nicht ab Werk verbaut werden (dort gelten die strengen Sicherheitsvorgaben des Herstellers), liegt die Verantwortung bei entsprechend zertifizierten Stellen. Diese müssen ein internationales Protokoll einhalten, das anschließend in einer außerordentlichen Inspektion bestätigt wird.

Nimmt GPL dem Motor Leistung? WAHR, aber …

Früher war eine Leistungsabnahme tatsächlich spürbar – etwa 10% bis 20% –, wenn Motoren mit GPL betrieben wurden. Obwohl GPL sogar eine höhere Oktanzahl als Benzin hat – 100 Oktan gegenüber 95 oder 98 –, ist die Energiedichte pro Volumen geringer. Genau das ist der Hauptgrund für den Leistungsverlust.

Mit modernen GPL-Einspritzsystemen fällt eine mögliche Einbuße heute jedoch so gering aus, dass sie, wenn überhaupt, für die Fahrerin oder den Fahrer kaum wahrnehmbar ist.

Schadet es dem Motor? FALSCH.

Das ist ein weiterer „urbaner“ Mythos, der bei Gesprächen über GPL Auto fast immer auftaucht. In der Praxis gilt: GPL enthält weniger Verunreinigungen als Benzin. Seine Nutzung kann daher sogar den gegenteiligen Effekt haben und die Lebensdauer bestimmter Komponenten erhöhen. So verursacht GPL beispielsweise keine Ruß- bzw. Kohleablagerungen im Motor.

Allerdings kann die reinigende Wirkung von GPL bei der Umrüstung von Motoren mit hoher Laufleistung Nebenwirkungen sichtbar machen: Spiel oder Ölundichtigkeiten, die zuvor durch Ablagerungen „verdeckt“ waren, können sich zeigen, wenn diese Rückstände entfernt werden.

Verbraucht ein GPL-Auto mehr als ein Benziner? WAHR.

Beim Fahren mit GPL ist ein höherer Verbrauch normal. Das bedeutet: Die benötigten Liter pro 100 Kilometer liegen stets über dem Benzinwert für die gleiche Strecke – ein bis zwei Liter mehr gelten als üblich.

Wer jedoch zum Taschenrechner greift, sieht schnell: Der Preisunterschied zwischen den beiden Kraftstoffen gleicht das nicht nur aus, sondern ermöglicht beim Einsatz von GPL eine Ersparnis von rund 40% bei den ausgegebenen Euro.

Besser für die Umwelt? WAHR.

Weil GPL aus raffinierten Bestandteilen besteht, setzt es keine schädlichen Partikel in die Atmosphäre frei und stößt deutlich weniger Kohlenmonoxid aus: etwa 50% dessen, was bei Benzin entsteht, und rund 10% dessen, was Diesel emittiert.

Auch beim CO2-Ausstoß hat ein GPL-Fahrzeug Vorteile: Im Durchschnitt ist eine Reduktion von 15% gegenüber einem Auto möglich, das ausschließlich mit Benzin betrieben wird.

Tanken: Sind Handschuhe Pflicht? FALSCH, aber …

In Portugal gibt es inzwischen mehr als 340 Tankstellen mit GPL, und der Tankvorgang ist unkompliziert und schnell – nahezu wie bei Benzin oder Diesel.

Dennoch sind beim Befüllen einige Vorsichtsmaßnahmen sinnvoll, da das Gas eine negative Temperatur hat. Das Tragen von Handschuhen wird daher empfohlen. Besonders lange, hoch abschließende Handschuhe sind während des Tankens sehr wichtig, weil sie die Haut besser vor Kälteverbrennungen schützen. Verpflichtend sind sie allerdings nicht.

Darf ich in einer Tiefgarage parken? WAHR, aber …

Seit 2013 darf jedes GPL-Fahrzeug, das die Anforderungen einer außerordentlichen Inspektion erfüllt, ohne Einschränkungen in Tiefgaragen oder geschlossenen Garagen parken.

Fahrzeuge, deren GPL-Komponenten nicht gemäß der Verordnung Nr. 207-A/2013 vom 25. Juni genehmigt und eingebaut wurden, dürfen hingegen nicht in geschlossenen Parkbereichen oder an Orten unterhalb des Bodenniveaus abgestellt werden. Die Bußgelder für diesen Verstoß liegen zwischen 250 und 1250 Euro.

Ist der blaue GPL-Aufkleber verpflichtend? FALSCH, aber …

Seit 2013 ist der blaue Aufkleber am Heck von Fahrzeugen, die nachträglich auf GPL umgerüstet wurden, nicht mehr vorgeschrieben. Er wurde durch eine kleine grüne Vignette ersetzt – diese ist verpflichtend – und wird unten rechts auf die Windschutzscheibe geklebt. Fehlt diese Kennzeichnung, kann das ein Bußgeld zwischen 60 und 300 Euro nach sich ziehen.

Wurde das betreffende GPL-Fahrzeug jedoch vor dem 11. Juni 2013 umgerüstet, muss es weiterhin den blauen Aufkleber führen. Es besteht aber die Möglichkeit, auf die grüne Vignette „umzusteigen“.

Um die grüne Vignette zu erhalten, muss zunächst bei einem zertifizierten Einbau-/Reparaturbetrieb ein Zertifikat über die installierte Anlage eingeholt werden. Anschließend ist eine Typ-B-Prüfung in einem Kfz-Prüfzentrum erforderlich; diese kostet 110 Euro. Danach müssen das Typ-B-Prüfzertifikat und das Zertifikat der zertifizierten Werkstatt an das IMTT übermittelt werden; außerdem ist die Eintragung des Vermerks „GPL - Reg. 67“ zu beantragen.

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