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DJI Osmo Nano im Langzeittest: Mini-Kamera gegen Insta360 GO Ultra

Junger Mann mit Rucksack hält kleine Kamera in der Hand, weitere Kameras auf Tisch und Stativ draußen.

Ultrakompakt und dabei erstaunlich vielseitig: Die Osmo Nano ist DJIs erste echte Mini-Kamera. Damit tritt der Drohnenriese direkt gegen die Insta360 GO Ultra an, die in diesem Segment bislang als Referenz gilt. Um sich abzusetzen, verspricht DJI auf so kleinem Raum die „beste Bildqualität“. Geht die Rechnung auf? Die Antwort gibt es nach drei Monaten Praxistest.

In den letzten Jahren hat sich der Markt für ultrakompakte Kameras stark verändert. Es geht längst nicht mehr nur um klassische Actioncams für Sport. Heute ist eine Mini-Kamera kaum größer als 1 Zoll und so ausgelegt, dass sie praktisch überall Platz findet – auf einer Kappe, unter dem T‑Shirt, am Auto oder auch an Stellen, die sonst schwer erreichbar sind.

Bis hierhin hatte Insta360 die Nase vorn. Mit der DJI Osmo Nano bringt DJI nun frischen Wind: eine Mini-Kamera, die eine ähnliche Flexibilität verspricht, aber mit einer Bildqualität, die näher an eine „echte“ Kamera heranreichen soll. Ein Traum für viele Videograf:innen – zumindest wenn man den ersten Stimmen bekannter YouTuber wie Peter McKinnon oder Brandon Li glaubt.

Bei Presse-citron schauen wir uns solche Neuheiten gern über längere Zeit an. Entsprechend haben wir mit der Osmo Nano mehrere hundert Stunden Material aufgenommen. Ist sie wirklich die perfekte Kamera? Spoiler: ja – mit ein, zwei kleinen Einschränkungen.

Was ist die DJI Osmo Nano?

Starten wir mit den technischen Grundlagen. Das auffälligste Merkmal der DJI Osmo Nano ist der für diese Klasse ungewöhnlich große Bildsensor – obwohl die Kamera selbst nicht größer als 1 Zoll ist und nur 52 g wiegt.

Konkret verbaut DJI in der Nano einen 1/1,3‑Zoll-Sensor (derselbe wie in der DJI Mini 4 Pro). Der größere Sensor sorgt nicht nur für bessere Lichtempfindlichkeit, ein stärker wahrnehmbares Spiel mit der Tiefenschärfe und eine deutlich bessere Farbwiedergabe. Er ermöglicht auch 4K-Aufnahmen mit bis zu 120 fps, also hochauflösende Zeitlupen. Zusätzlich sind sogar 240 fps in 1080p möglich – ideal für dynamische oder sportliche Sequenzen.

DJI integriert außerdem Dlog M, ein Modus, den viele Profis schätzen, weil er in der Postproduktion möglichst viel Spielraum bei der Farbkorrektur bietet. Wichtig ist auch: Die DJI Osmo Nano kann in 10 Bit aufzeichnen (die Insta360 Ultra arbeitet mit 8 Bit) und erfasst dadurch Millionen zusätzliche Farbabstufungen.

Neben Video kann die Nano Fotos mit 35 Megapixeln aufnehmen – für eine Mini-Kamera überdurchschnittlich. Der Blickwinkel liegt bei 143° und damit etwas unter dem direkten Rivalen (153° bei der Ultra), bleibt aber weit genug, um kreative Perspektiven umzusetzen.

Beim Speicher gibt es 64 oder 128 GB intern; zusätzlich lässt sich eine microSD-Karte einsetzen.

Die Kamera, die man überall befestigt (auch dort, wo man es nicht erwartet)

Wie bei der Konkurrenz ist auch bei DJI die große Stärke die Vielseitigkeit der Osmo Nano. Mit den passenden Halterungen lässt sie sich fast überall positionieren, um ungewöhnliche Kamerawinkel zu bekommen. Dank des magnetischen Gehäuses haftet sie auf jeder metallischen Oberfläche. Ein praktischer Trick: Mit magnetischem Klebeband kann man – wie wir – auch Holz, Stoff oder Glas in eine magnetische Montagefläche verwandeln.

Darüber hinaus liefert DJI eine ganze Reihe an Befestigungen, um die Nano an unterschiedlichsten Orten zu fixieren: auf einer Kappe über eine Kunststoffhalterung, unter dem T‑Shirt per starkem Magnet‑Halsband sowie an Fenstern, Tischen oder anderen Flächen über einen Saugnapf. Das ist im Standardpaket bereits enthalten.

Ebenfalls wichtig: Die DJI Osmo Nano ist wasserdicht und kann bis 10 Meter tief getaucht werden. Achtung: Das Gehäuse mit Display ist nicht tauchfähig, sondern nur wasserresistent. Ja, die Nano kommt mit einem separaten Gehäuse – selbstverständlich im Lieferumfang. Es dient als Kontrollbildschirm, egal ob die Kamera magnetisch daran hängt oder nicht. So kann man die Kamera z. B. an einer magnetischen Halterung befestigen und den Bildschirm in der Hand behalten, um Bildausschnitt und Komposition sauber zu kontrollieren. Alternativ bleibt die Kamera am Gehäuse und lässt sich als Vlog-Kamera nutzen. Die Einsatzmöglichkeiten wirken nahezu grenzenlos.

Gerade weil DJI hier ein eher „I‑förmiges“ Format gewählt hat, ist die Nano noch unauffälliger und flexibler als die Insta360 Ultra, die größer und kantiger ausfällt. Und das merkt man in der Praxis: Die Osmo Nano verschwindet im Alltag regelrecht – selbst in vollen Umgebungen. Wir haben in Cafés, Restaurants, Museen, Geschäften, Buchhandlungen und Parks gefilmt, ohne dass sie irgendjemand bemerkt hätte. Beim Vloggen fühlt man sich außerdem weniger aufdringlich gegenüber Menschen in der Nähe.

Durch ihre Vielseitigkeit, Unauffälligkeit und Kompaktheit ist die Osmo Nano eine nahezu ideale Kamera für spontane Aufnahmen, die gleichzeitig die Kreativität ankurbelt. Und sie passt nebenbei in jede Hosentasche.

Eine herausragende Bildqualität (außer bei wenig Licht)

Fairerweise muss man sagen: Genau diese Mischung aus Flexibilität und Diskretion kann auch die GO‑Reihe von Insta360. Manche Modelle (vor allem die Go3) sind sogar noch kompakter.

Warum begeistert uns das DJI‑Modell trotzdem so? Weil es in einem derart kleinen Gehäuse eine außergewöhnliche Bildqualität liefert. Der große 1/1,3''‑Sensor, Dlog M und die 10‑Bit-Aufzeichnung ergeben ein Bild, das deutlich näher an eine semiprofessionelle Kamera heranrückt: Farben wirken angenehmer, Kontraste natürlicher – und der oft „handyartige“ Look vieler Konkurrenzmodelle tritt zugunsten eines echten Kamera‑Feels in den Hintergrund.

Für Landschaften, Stadtaufnahmen oder Portraits bei natürlichem Licht spielt die DJI Osmo Nano ihre Stärken voll aus und lässt viele Wettbewerber klar hinter sich. Schon der Normalmodus sieht so überzeugend aus, dass Nutzer:innen, die kein Color Grading in Dlog M planen, nicht das Gefühl haben, auf etwas verzichten zu müssen. Wir haben Dlog M abgesehen von diesem Test selbst kaum genutzt, weil die Bildqualität „out of the box“ bereits beeindruckend ist.

Gerade bei wenig Licht waren unsere Erwartungen hoch, weil viele Mini-Kameras dort schnell an Grenzen stoßen. Liefert der größere Sensor spürbar bessere Videos? Ja: Er sammelt mehr Informationen ein und ermöglicht sichtbar ansprechendere Ergebnisse. Der Nachtmodus legt hier noch einmal nach.

Trotzdem ersetzt die Osmo Nano in solchen Situationen noch keine „echte“ Kamera. Abendaufnahmen oder dunkle Szenen behalten zwar Details, zeigen aber Grenzen – vor allem beim digitalen Rauschen und bei der Dynamik. Für eine Mini-Kamera ist das weiterhin „okay“, doch wer höchste Ansprüche hat, wird eher mit zusätzlichem Licht arbeiten oder den Kompromiss akzeptieren.

Auch abseits der Bildqualität hat uns die Osmo Nano überrascht. An erster Stelle steht DJIs RockSteady-Stabilisierung (ebenfalls aus der Mini 4 Pro bekannt) – sie ist schlicht beeindruckend (Achtung: bei 4K mit 120 fps ist sie deaktiviert). Damit gelingen laufende, rennende oder montierte Shots ohne störende Verwackler. Zusätzlich gibt es einen „Horizont halten“-Modus, der das Bild selbst dann gerade hält, wenn man die Kamera dreht. Sehr stark.

Auch die Tonaufnahme verdient Lob. Drei Mikrofone (zwei vorn, eines seitlich) nehmen Sprache erstaunlich klar auf – selbst in lauten Umgebungen oder bei starkem Wind. Wer noch mehr Qualität möchte, kann per Klick bis zu zwei DJI‑Mikrofone via Bluetooth koppeln (bei uns: DJI Mic Mini).

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Eine sehr gute Akkulaufzeit (außer beim Display)

Bei der Laufzeit gehört die DJI Osmo Nano zu den stärksten Mini-Kameras am Markt: mehr als 50 Minuten am Stück in 4K 25 fps. Zum Vergleich: Eine Insta360 GO 3 (noch kompakter) kommt nicht über 35 Minuten. Die Insta360 Ultra liegt allerdings etwas besser (12 Minuten bei gleicher Ladung). Praktisch ist auch das Schnellladen: In 20 Minuten geht es von 0 auf 80% – beruhigend, wenn man den ganzen Tag unterwegs ist.

Weniger überzeugend fanden wir hingegen die Ausdauer des Display‑Gehäuses. Dadurch mussten wir recht häufig zur DJI‑Mimo‑App greifen, um ein Live‑Bild zu bekommen. „Pro“-Nutzer:innen werden außerdem bedauern, dass sich Clips nicht ansehen lassen, ohne die Kamera wieder mit der Basis zu verbinden. Abgesehen von diesen beiden Punkten ist das Gesamtpaket extrem rund.

Für wen ist die DJI Osmo Nano gedacht?

Auch wenn sie grundsätzlich vielen gefallen dürfte, trifft sie besonders gut die Anforderungen dieser Gruppen:

  • Vlogger:innen und Content‑Creator: wegen Größe, Laufzeit und Bildqualität.
  • Reporter:innen, Video‑Profis: für ungewöhnliche Perspektiven und das sehr vollständige Zubehör.
  • Sportler:innen und Reisende: dank Robustheit, Wasserdichtigkeit und Montagemöglichkeiten.
  • Familie und Erinnerungen: wegen der einfachen Bedienung, dem komfortablen internen Speicher und den kreativen Optionen.

Unser Fazit zur DJI Osmo Nano: die Allround-Kamera

Hat DJI die perfekte Kamera gebaut? Nicht ganz – aber sehr nah dran. Die Osmo Nano übernimmt die wichtigsten Tugenden der besten Mini-Kameras: ein kompaktes Format, eine verblüffend einfache Bedienung, hohe Vielseitigkeit und eine sehr angenehme Laufzeit. Und das für gerade einmal 280 Euro – das wirkt fast zu gut.

Dass sie uns so überzeugt, liegt vor allem daran, dass sie außergewöhnliche Videos liefert (horizontal wie vertikal) und dabei stellenweise sogar auf dem Niveau einer semiprofessionellen Kamera spielt. Bild- und Tonqualität sind in dieser Geräteklasse extrem stark, sodass man sie in vielen Situationen problemlos als Hauptkamera einplanen kann. Für Vlogger:innen, Content‑Creator, Journalist:innen, Sportler:innen, Reisende oder einfach fürs Festhalten von Erinnerungen ist die Osmo Nano eine sehr naheliegende Wahl.


DJI Osmo Nano

Preis: 280€

9.5

Gesamtnote

9.5/10

Das gefällt uns

  • Kompaktes und leichtes Format
  • Verblüffend einfache Bedienung
  • Modular und vielseitig
  • Atemberaubende Bild- und Tonqualität
  • Attraktiver Preis

Das gefällt uns weniger

  • Bildqualität bei wenig Licht ausbaufähig
  • Zum Ansehen der Clips muss die Kamera am Gehäuse befestigt werden
  • Wird etwas warm

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