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Britische Eurofighter Typhoon: APKWS als „low-cost“-Bewaffnung gegen Drohnen

Pilot in Fluganzug steht vor einem Eurofighter-Kampfjet auf dem Rollfeld bei klarem Himmel.

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Die Aufnahme von gelenkter „low-cost“-Bewaffnung in die britischen Eurofighter ist ein weiterer Schritt, mit dem die Royal Air Force (RAF) auf die wachsende Bedrohung durch Drohnen reagiert. Durch die Einbindung des Advanced Precision Kill Weapon System (APKWS) verfügen Typhoon-Jets nun über eine zusätzliche, kostengünstigere Möglichkeit, sowohl Luft- als auch Bodenziele zu bekämpfen – als Alternative zu klassischen Luft-Luft-Lenkflugkörpern.

Kern des Konzepts ist, dass APKWS ungelenkte Hydra-70-Raketen mithilfe eines Laserführungs-Kits in präzisionsgelenkte Munition umwandelt. Damit können Pilotinnen und Piloten Ziele genauer bekämpfen und die vorhandenen Munitionsbestände effizienter einsetzen. Auf diese Weise erweitert die RAF ihre Handlungsoptionen gegenüber neuen Bedrohungen, ohne sich ausschließlich auf komplexere und teurere Lenkwaffen verlassen zu müssen.

Eine Antwort auf die wachsende Bedrohung durch Drohnen

Jüngste Einsätze haben verdeutlicht, wie anspruchsvoll der Umgang mit kostengünstigen unbemannten Luftfahrzeugen ist. Vor diesem Hintergrund suchen Streitkräfte nach Lösungen, mit denen sich längere Operationen durchhalten lassen, ohne die Ausgaben für den Einsatz moderner Bewaffnung deutlich in die Höhe zu treiben.

In diesem Zusammenhang ermöglicht APKWS den Typhoon-Besatzungen, Ziele zu einem Bruchteil der Kosten eines herkömmlichen Luft-Luft-Lenkflugkörpers abzufangen. Zudem senkt der vergleichsweise kleinere Gefechtskopf das Risiko von Kollateralschäden – ein wichtiger Aspekt bei Einsätzen in komplexen Umgebungen. Die Laserführung arbeitet dabei so, dass nach dem Start Steuerflächen ausklappen und die Munition einem markierten, „beleuchteten“ Ziel folgt. Das erleichtert präzise Wirkung sowohl in Luft-Boden- als auch in Luft-Luft-Aufgaben.

Von der Erprobung zur operativen Fähigkeit

Die Integration von APKWS entstand in einer gemeinsamen Anstrengung des britischen Verteidigungsministeriums, der RAF sowie der heimischen Unternehmen BAE Systems und QinetiQ. Das Vorhaben wurde in kurzer Zeit vorangetrieben, getrieben durch den Bedarf an wirksamen Mitteln gegen günstige Luftbedrohungen.

Zur Bewertung gehörten Tests mit Typhoon-Flugzeugen des 41. Test and Evaluation Squadron. In diesen Versuchen gelangen den Jets erfolgreiche Abfänge gegen Bodenziele und gegen Luftbedrohungen. Darüber hinaus belegten die Erprobungen, dass sich Drohnen durch gezielte Anpassungen an den Zündsystemen (Zünder) wirksam neutralisieren lassen – und dass sich damit Luftziele zu deutlich geringeren Kosten als mit traditionellen Methoden bekämpfen lassen.

Die Kosten-Nutzen-Rechnung in der modernen Kriegsführung

Die britische Entscheidung passt zu einer Entwicklung, die in mehreren jüngeren Konflikten zu beobachten ist. Systeme wie die iranischen Shahed-Drohnen haben gezeigt, dass vergleichsweise preiswerte Plattformen erhebliche Effekte gegen Infrastruktur und militärische Ziele erzielen können. Dadurch sind Streitkräfte zunehmend gezwungen, das Verhältnis zwischen den Kosten eines Abfangmittels und dem Wert der Bedrohung neu zu bewerten.

Im Vergleich zu Flugkörpern wie dem AIM-9 Sidewinder, dem ASRAAM oder dem AIM-120 AMRAAM stellt APKWS für bestimmte Zielarten eine wirtschaftlichere Option dar. Erfahrungen aus dem Nahen Osten sowie aus dem Krieg in der Ukraine haben den Bedarf an gelenkter „low-cost“-Bewaffnung zusätzlich untermauert – eine Fähigkeit, die nun den britischen Eurofighter Typhoon mehr Spielraum im Kampf verschafft, während Drohnen eine immer zentralere Rolle einnehmen.

Bilder: Royal Air Force (Großbritannien).


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