Zum Inhalt springen

Regime Jurídico da Mobilidade Elétrica (RJME): Debatte im Parlament über Ladepreise in Portugal

Grünes futuristisches Elektroauto steht in einem hellen Showroom neben einer Ladesäule.

Der neue Regime Jurídico da Mobilidade Elétrica (RJME), der seit dem 19. August 2025 gilt, ist erneut im Parlament diskutiert worden – diesmal mit Blick darauf, wie sich die neuen Regeln auf den Preis für das Laden von Elektrofahrzeugen in Portugal auswirken.

Auswirkungen des Regime Jurídico da Mobilidade Elétrica (RJME) auf Ladepreise

Warnung der APOCME zu fehlendem Investitionsschutz

Die Associação Portuguesa de Operadores e Comercializadores de Mobilidade Elétrica (APOCME) – ein Zusammenschluss von Unternehmen wie Prio.E, EDP Comercial, Galp Power, KLC und Mobiletric – weist darauf hin, dass der derzeitige rechtliche Rahmen die Investitionen der Betreiber, die den Aufbau der Ladeinfrastruktur im Land mitgetragen haben, nicht absichert. Nach Einschätzung des Verbands kann sich das letztlich in höheren Preisen für Nutzerinnen und Nutzer niederschlagen.

„Das Gesetzesdekret schützt die Investitionen nicht, die von denen getätigt wurden, die bisher im Markt waren und die nicht einfach beiseitegeschoben werden können. Es wurden Investitionen in Höhe von vielen Millionen Euro von privaten Investoren getätigt“, erklärte Carlos Ferraz, Präsident der APOCME.

Er führte aus, dass diese Investitionen auf einem Set von Regeln und Erwartungen beruhten, die den Sektor bislang geprägt hätten, sich nun aber deutlich verändert hätten. Ohne Schutzmechanismen oder Ausgleich könne es für Unternehmen schwierig werden, die Betriebskosten des Netzes aus eigener Kraft zu tragen.

Höhere Kosten in Regionen mit geringer Nachfrage

Praktisch könne das – so Ferraz – zwei Folgen haben: Zum einen könnten die Ladepreise für die Nutzer steigen; zum anderen könnten die Kosten in Gebieten mit geringerer Nachfrage noch stärker anziehen, weil dort weniger Nutzer vorhanden seien, um die laufenden Ausgaben zu verteilen.

„Das Gesetzesdekret erwähnt zum Beispiel nicht, was die festen Betriebskosten an Standorten mit weniger Nutzung sind; es gibt keine positive Differenzierung für diese Orte, daher können dort automatisch auch die Kosten höher sein“, sagte der Präsident.

Weniger Wettbewerb

Nach Einschätzung der APOCME könnte die neue Regulierung zudem den Wettbewerb schwächen, indem sich der Markt stärker auf grosse Gruppen konzentriert. „Uns scheint, dass es hier zu einer Verengung dessen kommen wird, was die Angebote in Bezug auf Unternehmen betrifft, die die Elektromobilität in Portugal unterstützen können“, so Carlos Ferraz.

Weniger Betreiber im Markt bedeute weniger Auswahl für Verbraucherinnen und Verbraucher und zugleich weniger Druck, Preise auf einem wettbewerbsfähigen Niveau zu halten – was ebenfalls zu teureren Ladevorgängen führen könne. Ferraz warnte ausserdem, dass die Regeln zwar den Eintritt ausländischer Betreiber erlaubten, zugleich aber den Verbleib kleiner, bereits in Portugal etablierter Betreiber erschweren könnten.

„Es gibt Akteure im Einzelhandel, etwa Supermärkte, die ein oder zwei Ladepunkte isoliert betreiben. Mit diesem neuen Modell wird es für diese Betreiber ganz sicher nicht leicht sein, im Markt zu bleiben“, erläuterte er.

Vor diesem Hintergrund fordert der Verband Anpassungen an der Übergangsphase, die bis zum Ende dieses Jahres läuft, damit eine schrittweise Umstellung möglich wird. Ferraz betonte, die APOCME sei nicht gegen ein Nebeneinander des neuen Modells und des bisherigen Systems – in dem Mobi.E weiterhin als verwaltende Stelle des Netzes agiert. Entscheidend seien jedoch klare Regeln, Fairness bei der Servicequalität und eine einheitliche Umsetzung der Vorgaben.

Was hat sich geändert?

Zu den durch den RJME eingeführten Änderungen gehören das Ende der Pflicht zu Verträgen mit Betreibern sowie die Direktzahlung an allen öffentlichen Ladepunkten. Hinzu kommt eine Vereinfachung der Genehmigungsverfahren – Massnahmen, die das Netz der Elektromobilität modernisieren und den Zugang für Nutzer erleichtern sollen. Erfahren Sie, was sich geändert hat:


Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen