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US Navy vergibt 76,6 Milliarden US-Dollar für Virginia Block VI und Columbia Build II

Zwei Ingenieure mit Helm schütteln sich vor großem U-Boot und Modell im Werftgebäude die Hand.

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Verträge über 76,6 Milliarden US-Dollar für Virginia Block VI und Columbia Build II

Nach mehreren Jahren, die von steigenden industriellen Kosten und den Nachwirkungen der Pandemie auf den Schiffbau geprägt waren, hat die US Navy die Vergabe von Verträgen in Höhe von 76,6 Milliarden US-Dollar formal bestätigt, um den Bau von neun nuklear angetriebenen Angriffs-U-Booten der Klasse Virginia Block VI sowie fünf strategischen U-Booten der Klasse Columbia Build II voranzutreiben. Damit geht die US-Regierung eine der umfangreichsten finanziellen Verpflichtungen ein, um ihre Unterwasser-Überlegenheit zu sichern und die seegestützte Komponente ihrer nuklearen Abschreckung für die kommenden Jahrzehnte zu erneuern.

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Vergabe an Electric Boat und HII Newport News – Aufteilung der 76,6 Milliarden US-Dollar

Die Verträge wurden am 29. Juli an General Dynamics Electric Boat und Huntington Ingalls Industries (HII) Newport News Shipbuilding vergeben, die als Hauptauftragnehmer den Bau der nuklear angetriebenen U-Boote der US Navy tragen.

Vom Gesamtvolumen entfallen 42,1 Milliarden US-Dollar auf den Bau von neun Virginia Block VI sowie auf die Beschaffung von Materialien für eine zehnte Einheit. Weitere 29,5 Milliarden US-Dollar sind für den Bau von fünf ballistischen Raketen-U-Booten Columbia Build II (SSBN-828 bis SSBN-832) vorgesehen. Die verbleibenden 5 Milliarden US-Dollar fliessen in Massnahmen zur Steigerung der Produktivität sowie in industrielle Infrastrukturverbesserungen in beiden Werften. Die Arbeiten sollen sich bis Juli 2038 erstrecken.

Arbeitsteilung der Werften und Virginia Payload Module (VPM)

Die Fertigung läuft weiterhin nach dem etablierten Kooperationsmodell zwischen beiden Unternehmen. Electric Boat übernimmt die Mittel sektion der U-Boote, in der der Nuklearreaktor untergebracht ist und – bei den Columbia-U-Booten – zusätzlich die Abteile für die ballistischen Trident II D5-Raketen. HII Newport News fertigt dagegen Bug, Heck und weitere strukturelle Module.

Die künftigen Virginia Block VI werden die zweite Variante sein, die mit dem Virginia Payload Module (VPM) ausgerüstet ist. Diese zusätzliche Sektion steigert die Startkapazität für Tomahawk-Marschflugkörper deutlich und könnte in Zukunft ausserdem den derzeit für die US Navy in Entwicklung befindlichen Hyperschall-Langstreckenflugkörper aufnehmen.

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Strategische Einordnung: „historische Investition“ und nukleare Triade

Bei der Bekanntgabe der Vertragsvergabe betonte der Leiter des U-Boot-Programms der US Navy, Vizeadmiral Robert Gaucher, die strategische Tragweite der Vereinbarung mit den Worten: „Diese historische Investition unterstreicht das fortlaufende Engagement des Ministeriums für die Unterwasserüberlegenheit und für die Rekapitalisierung unserer nuklearen Triade“.

Die Aussage spiegelt die Priorität wider, die das Pentagon der gleichzeitigen Erneuerung der Angriffs-U-Boot-Flotte und der ballistischen Raketen-U-Boote beimisst, die zusammen die maritime Säule der nuklearen Abschreckung der Vereinigten Staaten bilden.

Hintergrund: Drei Jahre Verhandlungen und Kostendruck seit COVID-19

Mit der formalen Vertragsfixierung endet eine fast dreijährige Verhandlungsphase zwischen der US Navy und der Schiffbauindustrie. Massgeblich geprägt wurde dieser Prozess durch den deutlichen Anstieg der Produktionskosten nach der COVID-19-Pandemie, durch Lohn- und Personalthemen zur Bindung von Fachkräften sowie durch Schwierigkeiten beim Ausbau der Kapazitäten in den Werften.

Hinzu kamen Verzögerungen aus den seit 2022 laufenden Verhandlungen zu den letzten U-Booten des Virginia Block V. Erst deren Klärung ermöglichte es, die Planungen für den Block VI und die zweite Serie der Columbia-Klasse weiter voranzutreiben.

Programmfortschritt: Virginia Block IV abgeschlossen, Columbia-Zeitplan läuft

Die Vertragsvergabe bestätigt zugleich die Fortsetzung des umfassenden Modernisierungsprogramms der US-amerikanischen U-Boot-Streitkräfte. Im Mai dieses Jahres lief die USS Utah (SSN-801) vom Stapel – als letztes Boot des Block IV der Virginia-Klasse. Damit endet diese Produktionsphase, bevor die Serienfertigung des Block V und später des Block VI an Fahrt aufnimmt.

Parallel dazu hält die US Navy an der Entwicklung der Columbia-Klasse fest. Das erste Boot, die USS District of Columbia (SSBN-826), soll im März 2029 ausgeliefert werden, gefolgt von der USS Wisconsin (SSBN-827) im April 2030. Die neue Serie Build II beginnt mit der USS Groton (SSBN-828).

Parallel dazu: Beginn der Ausmusterung der Ohio-Klasse-SSGNs

Während neue Fähigkeiten eingeführt werden, startet zugleich der schrittweise Abschied von prägenden Plattformen. Die USS Georgia (SSGN-729) – eines von vier U-Booten der Ohio-Klasse, die von ballistischen Raketen-U-Booten (SSBN) zu Marschflugkörper-Trägern (SSGN) umgebaut wurden – soll am Freitag, 31. Juli, nach mehr als 42 Jahren Dienstzeit ausser Dienst gestellt werden.

Mit dieser Deaktivierung beginnt die stufenweise Ausmusterung aller vier Ohio-Klasse-SSGNs, zu denen ausserdem die USS *Ohio, *USS Michigan** und USS *Florida* gehören. Bislang existiert kein direkter Ersatz für diese Einheiten, die bis zu 154 Tomahawk-Marschflugkörper mitführen und verdeckte Operationen von Spezialkräften unterstützen können. Damit steht die US Navy, während sie ihre strategischen und Angriffs-Komponenten über Virginia- und Columbia-Programme erneuert, gleichzeitig vor der Aufgabe, einzigartige Fähigkeiten zu ersetzen, die mit dem Abgang der Ohio-Klasse-SSGNs verloren gehen.

Verwendete Bilder dienen der Illustration.

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