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Der US Marine Corps hat vorübergehend ein MQ-9A-Reaper-Drohnenkontingent für Aufklärung und Angriffsaufgaben auf die Philippinen verlegt, um die Überwachung im Südchinesischen Meer zu unterstützen. Wie ein Sprecher der Marine Corps Forces Pacific bestätigte, soll der Einsatz die philippinische maritime Sicherheit vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen mit China stärken.
Die jüngst verlegten Systeme gehören zum Marine Unmanned Aerial Vehicle Squadron 1 (VMU-1) mit Standort in Arizona und wurden entsandt, um die „regionale maritime Sicherheit der Philippinen“ zu unterstützen. Nach Angaben des USMC-Sprechers erhöht die Stationierung zugleich die Fähigkeiten zum maritimen Lagebild innerhalb der Allianz beider Länder.
„Die temporäre Stationierung unbewaffneter MQ-9A auf den Philippinen zeigt das gegenseitige Engagement, die kollektive maritime Sicherheit zu verbessern, und unterstützt unser gemeinsames Ziel eines freien und offenen Indo-Pazifik“, erklärte der Sprecher der Marine Corps Forces Pacific.
Die MQ-9A operieren von der Luftwaffenbasis Basa aus. Sie ist eine von neun Einrichtungen, die im Rahmen des 2014 geschlossenen Abkommens zur verstärkten Verteidigungszusammenarbeit freigegeben wurden; dieses ermöglicht rotierende Truppenstationierungen sowie den Aufbau US-amerikanischer Infrastruktur auf philippinischem Gebiet. Dass sich US-Drohnen in Basa befinden, war bereits im Juni 2024 durch die I Marine Expeditionary Force nach einem Ersuchen der philippinischen Regierung bestätigt worden.
Bislang gibt es keine Angaben der Marine Corps Forces Pacific zur Gesamtzahl der eingesetzten MQ-9A-Reaper.
Zunehmende Spannungen und wachsender Überwachungsbedarf
Die Verlegung unbemannter Luftfahrzeuge folgt auf eine Reihe von Zwischenfällen zwischen philippinischen und chinesischen Kräften in den Jahren 2023 und 2024. Zu den schwerwiegendsten Ereignissen zählt der Vorfall vom 17. Juni 2024 am Second Thomas Shoal: Dort verlor ein Angehöriger der Philippine Navy SEAL infolge einer Kollision mit einem Schiff der chinesischen Küstenwache einen Finger.
Nach Darstellung der philippinischen Küstenwache operieren Schiffe der chinesischen Küstenwache, Kriegsschiffe und Boote der maritimen Miliz regelmäßig innerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszone des Landes im westlichen Sektor.
Bemannte und unbemannte Luftplattformen gelten inzwischen als zentral, um solche Vorfälle in Echtzeit zu verfolgen. Aufnahmen von Drohnen und Flugzeugen dokumentierten unter anderem Wasserkanonenangriffe und aggressive Annäherungsmanöver – Material, das Manila nutzt, um Pekings Vorgehen anzuprangern.
Die Philippinen setzen bereits ScanEagle-Drohnen ein, die von den USA bereitgestellt wurden, sowie die israelischen Modelle Hermes 900 und 450, die insbesondere in der Provinz Palawan stationiert sind.
Fähigkeiten der MQ-9A und Hintergrund des Programms
Das US Marine Corps baut seine MQ-9A-Reaper-Flotte weiter aus. Im Juni 2025 erhielt die Teilstreitkraft ihren letzten MQ-9A Reaper Block 5 mit erhöhter Reichweite, gefertigt von General Atomics Aeronautical Systems (GA-ASI). Damit wurden drei Jahre Beschaffung für das Programm Marine Air-Ground Task Force Unmanned Expeditionary (MUX) abgeschlossen. Die Variante mit erhöhter Reichweite kann dank externer Zusatztanks bis zu 34 Stunden in der Luft bleiben und verfügt zudem über fortschrittliche Radarsysteme, Videosensorik sowie eine dreifach redundante Avionik.
Nach Angaben des Naval Air Systems Command (NAVAIR) befinden sich derzeit mindestens 18 MQ-9A im Dienst des USMC; zwei weitere Exemplare sind noch in der Auslieferung.
Auch an anderen strategischen Punkten im Indo-Pazifik wurde der Einsatz der Reaper-Drohnen ausgeweitet. Im September 2025 aktivierte die US Air Force das 431st Expeditionary Reconnaissance Squadron auf der Luftwaffenbasis Kunsan in Südkorea – damit entstand das erste MQ-9-Reaper-Geschwader im Land.
„Die Verlegung der MQ-9 bringt eine leistungsstarke Fähigkeit in die Region. Wir sind hier, um den Auftrag zu unterstützen, die Zusammenarbeit zu vertiefen und unser gemeinsames Bekenntnis zur Aufrechterhaltung von Sicherheit und Stabilität im Indopazifik zu bekräftigen“, sagte Oberstleutnant Douglas J. Slater, Kommandeur des 431st ERS.
Militärische Zusammenarbeit und neue bilaterale Initiativen
Die USA und die Philippinen haben ihre Verteidigungskooperation verstärkt, um dem chinesischen Druck im Südchinesischen Meer zu begegnen. Der Berater der International Crisis Group, Georgi Engelbrecht, hob hervor, dass die Integration unbemannter Luftfahrzeuge zwischen beiden Streitkräften zeige, die bilaterale Zusammenarbeit sei „auf einem guten Weg“. Zugleich betonte er die wachsende Bedeutung von UAV-Systemen im Einsatzraum Indo-Pazifik.
Im Oktober gaben die Verteidigungsminister beider Staaten die Einrichtung der Task Force Philippines bekannt – einer 60-köpfigen Koordinierungsgruppe unter Führung eines US-Offiziers im Rang eines Ein-Stern-Generals. Die Struktur soll die Zusammenarbeit vertiefen und coercive Handlungen abschrecken.
Darüber hinaus hat Washington 500 Millionen US-Dollar an Militärhilfe zugesagt, um die Streitkräfte der Philippinen zu modernisieren, darunter Investitionen in strategische Marinebasen mit Ausrichtung auf das Südchinesische Meer.
Titelbild: USMC – Chief Warrant Officer 2 Akeel Austin
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