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Anduril Thunder: Begleitdrohne für US-Army-Hubschrauber und CCA-Trend

Militärhubschrauber und Drohne auf Startbahn bei Sonnenaufgang in Wüstenumgebung.

Künftige Luftkriegsführung dürfte nach dem Willen des US-Militärs so aussehen, dass bemannte Flugzeuge von unbemannten Begleitplattformen in der Luft unterstützt werden. Parallel zum bekannten Programm „Collaborative Combat Aircraft“ (CCA) der US Air Force hat der Rüstungskonzern Anduril jüngst „Thunder“ vorgestellt: ein rotorbasiertes unbemanntes Luftfahrtsystem (UAS), das als Begleiter für den Cheyenne-Hubschrauber des US-Heeres sowie für zukünftige Drehflügler ausgelegt ist.

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In der modernen Kriegsführung sehen sich Luftfahrzeuge einer wachsenden Zahl an Bedrohungen ausgesetzt – darunter auch Drohnen. Gleichzeitig werden Flugzeuge als technische Systeme immer komplexer, und Streitkräfte wollen sie möglichst vielseitig einsetzen. Das bedeutet: mehr Nutzlasten für unterschiedliche Missionsprofile.

Eine Möglichkeit, die Besatzungen bemannter Luftfahrzeuge zu schützen und ihre Aufträge zu unterstützen, ist ein unbemanntes System, das im Verband mitfliegt. Diese Drohne kann zusätzliche Nutzlasten mitführen – einschließlich Lenkwaffen und weiterer Bewaffnung. Gesteuert würde das unbemannte Luftfahrzeug über Künstliche Intelligenz, um die kognitive Belastung der Pilotinnen und Piloten zu reduzieren. Bestimmte Entscheidungen – etwa das Abfeuern von Raketen – sollen jedoch weiterhin vom Menschen getroffen werden, nicht von der Maschine.

CCA-Programm der US Air Force: Firmen, Inkremente und Ziele

In den USA ist das Vorhaben, einen Begleiter für bemannte Starrflügler zu entwickeln, im CCA-Programm gebündelt. Für „Increment 1“, also die erste Phase, wurden zwei Unternehmen ausgewählt: Andurils FQ-44 („Fury“) sowie General Atomics’ YFQ-42A („Dark Merlin“). Ein „Increment 2“ läuft bereits, diesmal mit Beteiligung weiterer Unternehmen.

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Neue Meilensteine: YFQ-44, AIM-120 AMRAAM und Übungen in Nevada

Die Technologie reift weiter und erreicht neue Meilensteine. So meldete die US Air Force kürzlich, dass eine Anduril-Drohne vom Typ YFQ-44 Mitte Juli in der Mojave-Wüste in Kalifornien eine AIM-120 AMRAAM (Advanced Medium-Range Air-to-Air Missile) auf ein digitales Ziel abgefeuert habe. Der Chief of Staff der Air Force, Gen. Kenneth S. Wilsbach, sagte dazu: „we’re one step closer to delivering capabilities to the warfighter.“

Eine Woche später – zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Textes – berichteten Flugverfolgungsdienste, dass eine Anduril YFQ-44 (Kennzeichen 25-1003) quer durch den US-Luftraum unterwegs gewesen sei. Im Anschluss bestätigte die US Air Force: „from July 20-24, 2026, the Air Force Collaborative Combat Aircraft (CCA) Experimental Operations Unit (EOU) is conducting an Agile Combat Employment (ACE) exercise at Creech AFB, Nevada. Military operators are leading end-to-end ground and flight operations for both the YFQ-42 and YFQ-44.”

Anduril Thunder: autonomes Angriffsdrehflügler-UAS als Begleiter für Apache und Cheyenne

Während das CCA-Programm weiter voranschreitet, denken Rüstungsunternehmen über vergleichbare Systeme für andere Luftfahrzeuge nach. Am 20. Juli präsentierte Anduril „Thunder“, das der Hersteller als autonomen Angriffsdrehflügler der „Group 5“ beschreibt – „specifically designed to multiply the combat power and increase the survivability of current and next-generation crewed attack and assault aircraft.“

Da es sich um eine VTOL-Plattform (Vertical Takeoff and Landing) handelt, benötigt Thunder keine Start- oder Landebahn. Nach Angaben des Unternehmens kann das System Präzisionsmunition, „air-launched effects“, Raketen, Nutzlasten für elektronische Kampfführung, Counter-UAS-Eigenschutz sowie Fracht transportieren. Zudem sei Thunder so ausgelegt, dass zukünftige Missionssysteme schnell integriert werden können.

Anduril erklärte außerdem, das Haupt-Nutzlastmodul von Thunder „can be configured with“ zehn Luft-Boden-Lenkwaffen (z. B. Hellfire, JAGM, Barracuda-100M), sechzehn „launched effects“ (z. B. Altius-600) oder sechsundsiebzig 70-mm-Raketen – plus zusätzliche zwölf Counter-UAS-„effectors“ im Bug-Nutzlastmodul. Das entspricht erheblicher Feuerkraft.

Gegenüber Verteidigungs-Nachrichtenagenturen betonten Anduril-Führungskräfte, dass der Angriffsdrehflügler aufgrund der erwarteten Geschwindigkeit und Fähigkeiten als „loyal wingman“ für die Heeresfliegerkräfte der USA dienen könne – konkret für den Boeing AH-64 Apache und den Lockheed AH-56 Cheyenne als Mehrzweck-Kampfhubschrauber.

Der Erstflug von Thunder ist für einen Zeitpunkt im Jahr 2027 vorgesehen. Je nach Nachfrage könnte die Produktion bereits 2029 oder 2030 beginnen. Ein Preis wurde bislang nicht genannt, allerdings ordnet das Unternehmen Thunder als „attritable“ ein.

Internationale Parallelen: MQ-28 Ghost Bat und RAF-Pläne

Auch andere Streitkräfte entwickeln eigene Varianten eines CCA-Ansatzes. So haben die australischen Streitkräfte Boeing Australia beauftragt, die MQ-28 „Ghost Bat“ zu entwickeln. Die Plattform nahm an der jüngsten Übung „Valiant Shield 2026“ im indopazifischen Raum teil. „Valiant Shield“ lief vom 22. Juni bis 1. Juli; während der Übung soll „Ghost Bat“ Berichten zufolge gemeinsam mit bemannten Luftfahrzeugen geflogen sein.

Ähnlich verfolgt die Royal Air Force Pläne für einen „guardian angel and an attack dog“ für die Kampfflugzeuge Typhoon, F-35 und perspektivisch Tempest. Das sagte zuletzt Air Chief Marshal Sir Harv Smyth, der Chief of the Air Staff.

In Südamerika modernisieren Luftstreitkräfte ihre Flotten an primären Kampfflugzeugen. Zwar werden Drohnen zur Unterstützung von Landkräften beschafft, und es gibt ein gewisses Interesse an unbemannten Überwasserschiffen. Doch die Idee einer südamerikanischen CCA-Version – oder einer der vielen Varianten – liegt vorerst noch in weiter Ferne.

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