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Strom und Erdgas in Portugal: Preise und Steuern im EU-Vergleich

Junges Paar analysiert Finanzdokumente am Küchentisch mit Sparglas, Münzen und Glühbirne.

1. Ist Strom in Portugal günstiger oder teurer als im Rest der EU?

Portugal liegt im Mittelfeld: Laut der nationalen Energieregulierungsbehörde ist es in der EU das 13. Land mit den niedrigsten Strompreisen für private Haushalte. Günstigere Rechnungen haben Ungarn, Bulgarien, Malta, Kroatien, die Slowakei, Litauen, Slowenien, Estland, Finnland, die Niederlande, Lettland und Griechenland. Am anderen Ende der Skala wiesen Irland, Deutschland, Belgien und Österreich die höchsten durchschnittlichen Strompreise in der EU aus.

Im zweiten Halbjahr 2025 sanken die Preise im Haushaltssegment in Portugal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7%. Damit blieb Portugal unter der Entwicklung im EU-Durchschnitt (-16%) und auch unter der in Spanien (-10%). Steuern und Abgaben machen 34% des Endbetrags aus, den Haushalte zahlen. Eine höhere Abgabenlast als Portugal haben nur Dänemark (49%), Polen (43%) und Schweden (35%).

2. Zahlen portugiesische Unternehmen mehr für Strom?

Bei Unternehmen schneidet Portugal bei den Stromkosten ebenfalls gut ab (33% unter dem Durchschnitt der Eurozone und 30% unter dem EU-Niveau), liegt aber dennoch knapp über Spanien (+1%). Für Firmen gingen die Preise in der zweiten Jahreshälfte des vergangenen Jahres im Vergleich zum selben Zeitraum 2024 um 2% zurück.

Der Steueranteil beträgt bei portugiesischen Unternehmen 22% der Stromrechnung, gegenüber 15% in Spanien. Noch höhere Steueranteile zahlen nur Unternehmen in Zypern (28%), Polen (27%) und Italien (24%). Für nicht private Verbraucher verzeichneten Finnland, Schweden, Dänemark und Malta die niedrigsten durchschnittlichen Strompreise in der EU. Die höchsten Werte wurden in Irland, Zypern, Deutschland und Italien registriert. Ohne Mehrwertsteuer lag der durchschnittliche Strompreis in Portugal für Unternehmen EU-weit auf dem neuntniedrigsten Platz.

3. Gilt derselbe Trend auch beim Erdgas?

Zwischen Juli und Dezember 2025 lag der Erdgaspreis in Portugal über dem in Spanien: +19% für Haushalte und +7% für Unternehmen. Laut dem ERSE-Bericht wurden im zweiten Halbjahr 2025 die niedrigsten Erdgaspreise für private Verbraucher in Osteuropa verzeichnet, unter anderem in Ungarn, Rumänien, Kroatien und Bulgarien. Die höchsten Preise meldeten dagegen Schweden, Lettland, die Niederlande und Italien.

Bei Unternehmen traten die niedrigsten Erdgaspreise in Bulgarien, Rumänien, Griechenland und Spanien auf. Die höchsten Werte wurden in Schweden, Finnland, Luxemburg und den Niederlanden registriert. „Die Preisentwicklung der letzten fünf Jahre zeigt, dass Portugal eine gewisse Stabilität aufweist“, so die ERSE.

4. Wie stark belasten Steuern die Gasrechnung?

Bei Steuern und Abgaben entfallen 30% der Erdgasrechnung portugiesischer Haushalte darauf, in Spanien sind es lediglich 21%. Bei Unternehmen kehrt sich das Bild um: „Portugal weist im Haushaltssegment einen Anteil von Steuern und Abgaben auf, der über dem anderer Länder liegt, der im nicht häuslichen Segment jedoch deutlich geringer ist.“ Das bedeutet: Nur 3% dessen, was portugiesische Unternehmen für Erdgas zahlen, sind Abgaben und Steuern (ohne Mehrwertsteuer), während es in Spanien doppelt so viel ist (6%).

Für Unternehmen erreichten die Preise im zweiten Halbjahr 2022 ihren Höchststand. „Diese Situation wird durch die Entwicklung der Erdgaspreise an den wichtigsten europäischen Großhandelsmärkten erklärt“, erklärt die ERSE. In der zweiten Hälfte des Jahres 2025 hätten die durchschnittlichen Gaspreise „deutliche Rückgänge“ verzeichnet.

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